Zwölf Männerturner in Würenlingen
- Kurt Bächli
- vor 9 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Trotz des bisher eher gemässigten Winterverlaufs hat die Fasnacht ihren festen Platz in Würenlingen. Die vielen einzigartigen, imposanten und oft überwältigen Sujets ziehen Scharen von Besuchern in ihren Bann. Kein Wunder, dass der eine oder andere Besucher dabei so übermannt wird, dass er die gerade erstandene Flasche Wein – voll oder leer − hinter dem Gebüsch vergisst, oder dass ihm die Bratwurst samt Senf und Papier aus der Hand fällt und am Boden liegen bleibt. So zieren jeweils am Schluss des Umzuges neben den Millionen farbigen Konfettiflocken Unmengen von «Güsel» die Strassen von Würenlingen. So auch dieses Jahr am 15. Februar 2026.
Widerstand ist zwecklos
Dann ist es Zeit für die unerschrockene Truppe vom Nachbardorf. Bewaffnet mit Laubbläsern, Abfallsäcken und Handschuhen wird gegen das Übel angetreten. Nichts kann die zwölf Unerschrockenen vom Männerturnverein aufhalten. Sämtlicher Widerstand ist vergebens. Selbst die Absperrungen der Vorgärten werden überstiegen, um sicherzustellen, dass sich diese spätestens im Frühling wieder als blühende Oasen zeigen können. Geschickt werden auch aus den kleinsten Ritzen die ausgedienten, oft zertrampelten Überreste von Bechern und Papier herausgelockt. Zunehmend geht der Kampf auch gegen die gefährlichen Fleisch-Spiesse, die sich mit ihren scharfen Spitzen unerschrocken jedem entgegenstellen – wohl ahnend, dass sie am Schluss doch keine Chance haben.
Abfallberge werden besiegt
Und erst die vielen PET-Flaschen. Vielleicht gerade, weil sich die Schweiz damit rühmt, Meister im PET-Entsorgen zu sein, geniessen die Flaschen an diesem Tag ihre Freiheit in vollen Zügen. Überall machen sie sich breit, selbst unmittelbar neben den von der Gemeinde bereitgestellten Sammelstellen. Sie singen und tanzen und lachen über uns. Und dann sind da noch die Alu-Büchsen. Auch diese scheinen die Freiheit zu lieben. Sie haben einen besonderen Trick zum Überleben, wohlmöglich bei den Kugelfischen abgeschaut. Während sich diese kugelrund aufblasen, um dem Feind zu imponieren, machen sich die Alu-Büchen möglichst platt. Geschickt versuchen sie sich so den kalten und steifen Händen der Turner zu entziehen. Aber auch sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, und schon bald werden auch sie der unerbittlichen Alu-Entsorgung zugeführt.
Auch der Durst wird gelöscht
Schlechtes Wetter ist angesagt. Und so bemüht sich die Aufräumgruppe um einen raschen Sieg. Und noch vor dem grossen Regen sitzen alle in der warmen Kegelbahn im Frohsinn und lassen es sich gut gehen. Manche PET-Flasche erlebt dort nochmals ein Revival, und schon bald sind alle Strapazen vergessen.






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